Abhalten ab Geburt & frühkindliche Reflexe
Ein entwicklungsbiologisch relevantes Zeitfenster verstehen und nutzen
In der Entwicklungsbiologie gilt: Früh aktivierte Mechanismen besitzen eine hohe funktionale Bedeutung. Bereits Neugeborene sind – bei adäquater Stimulation – in der Lage, ihr Mekonium kontrolliert auszuscheiden. Mit der Geburt etabliert sich ein neuer neurophysiologischer Regelkreis, der zunächst über frühkindliche Reflexe organisiert ist, bevor kortikale Strukturen ausreifen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei der frühkindliche Ausscheidereflex. In den ersten Lebenswochen ermöglicht er eine reflexbasierte, jedoch kontrollierte Ausscheidung – vorausgesetzt, dieser Reflex wird stimuliert. Dieses Potenzial ist zeitlich begrenzt:
Gegen Ende des 3. Lebensmonats integriert sich der Ausscheidereflex. Die Regulation erfolgt anschließend zunehmend über zentrale neuronale Verschaltungen und erste Formen der Impulskontrolle.
Warum frühe Stimulation entscheidend ist
Durch frühe Erfahrungen wie Abhalten entsteht eine sensorisch-motorische Verknüpfung zwischen innerem Körpersignal (Interozeption) und motorischer Reaktion. Diese frühe Kopplung bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung eines physiologischen Ausscheidungsrhythmus in den folgenden Monaten.
Bleibt diese Erfahrung aus, fehlen dem kindlichen Nervensystem häufig relevante neurobiologische Referenzmuster, die für eine effiziente und fein abgestimmte Regulation von Verdauung und Ausscheidung bedeutsam sind.
Inhalte der Aus- und Weiterbildungen
Unsere Aus- und Weiterbildungen vermitteln diese Zusammenhänge:
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entwicklungsbiologisch fundiert
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evidenzbasiert
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praxisorientiert
Sie richten sich an Fachpersonen, die frühe Entwicklungsprozesse besser verstehen, gezielt begleiten und therapeutisch nutzen möchten.
